Unsere Abstammung

Hintergründe und Fakten

Gottlieb Seidl, 26. Juli 1841 bis 24. März 1900

Die Griesmühle in Walding, an der Gottlieb Seidl sein Handwerk gelernt hat
Die Griesmühle in Walding, an der Gottlieb Seidl sein Handwerk gelernt hat

Gottlieb Seidl wurde noch auf der Plattenmühle in Friedberg/Böhmen geboren.

Der Liebe wegen kam er nach Feldkirchen und wohnte in Freudenstein Nr. 40. Am 2. Oktober 1871 heiratet er dann die Maria Rudlstorfer aus Freudenstein Nr. 32 - sie war die Tochter des Maurers und Händlers Simon Rudlstorfer.

Zum Zeitpunkt seiner Hochzeit war er noch "Mühljung in der Schwarzgrub Nr. 16 in der Pfarre Walding". Heute entspricht das der Adresse "Griesmühlweg 10". Nachdem er auf diese Weise das Handwerk gelernt hat, wurde er Schiffmüller in Unterlandshag 19 auf der sogenannten "Seidlmühle".

Sein Sohn Johann Seidl hat 1911 das Wohnhaus Unterlandshaag 19 übernommen und 1922 kauften die Eheleute Johann und Maria Seidl die an der Donau gelegene Schiffmühle. Warum sie diese kaufen mussten, bleibt unklar. Vieleicht hat sie Gottlieb schon vor seinem Tod am 24. März 1900 anderwärtig verkauft und sie wurde zurückgekauft. Oder es ist nur die übliche Redewendung im Grundbuch, wo oftmals von einem Kauf geschrieben wird, obwohl es sich nur um eine Hausübergabe handelt ...

Trauungsbuch Feldkirchen an der Donau - Seidl Gottlieb mit Maria Rudlstorfer
Trauungsbuch Feldkirchen an der Donau - Seidl Gottlieb mit Maria Rudlstorfer

Die Schiffmühle

Alte Schiffmühlen bei Wien
Die Seidlmühle in Unterlandshag 19
Die Nussbaumer Schiffmühle in Unterlandshaag 18
Die Nussbaumer Schiffmühle in Unterlandshaag 18

Schiffmühlen waren in vergangener Zeit keine Seltenheit. Im Wiener Raum gab es um 1770 ca. 20 Schiffmühlen, die teilweise bis ins 19. Jhd. in Betrieb waren.

Es gab in Unterlandshaag zwei Schiffmühlen. Die Nußbaumermühle mit dem Mahlhaus an dem "noch" bestehenden Standort am Donauufer und die etwas stromabwärts gelegene Seidlmühle.

Bis 1918 befand sich die Anlage der Nußbaumermühle auf einem Hausboot, die Seidlmühle wurde 1935 an Nußbaumer verkauft und nach dem Verkauf abgetragen. Um 1960 wurde an ihrer Stelle ein heute aufgelassenes Mühlengebäude errichtet. Am Ufer wurde ein Mahlhaus errichtet, nur das Antriebswerk befand sich über Wasser. Dieses bestand aus einem unterschlächtigen Wasserrad von ca. 2,5 Meter Durchmesser, das zwischen zwei Zillen lief. Die Boote waren mit Ketten an den „Büffeln“ am Ufer befestigt, eine Bretterwand, der „Fallladen“, regelte die Wasserzufuhr. Ein armdickes Hanfseil übertrug die Kraft auf eine Transmission im Mahlhaus. Von ihr wurden eine „deutsche“ und eine „französische“ Mühle angetrieben.

Die Nußbaumer Schiffmühle wurde vom Bauernhaus Nußbaumer in Unterlandshaag 18 aus bewirtschaftet, die Seidlschiffmühle vom  Seidl Wohnhaus Unterlandshaag 19 aus.  Bei beiden Bauernhäusern gab es kein Mühlengebäude. Beim Seidl Wohnhaus war eine kleine Landwirtschaft mit Schweinehaltung dabei.

Josephinische Karte

Die Josephinische Karte ist zwischen 1775 und 1777 entstanden. Auf dieser Karte sind bereits zwei Inseln in der Donau eingezeichnet, die mit "Mühlenhaufen" beschriftet sind. Anschließend an die beiden Inseln folgt eine größere Insel - der Uferhauffen. Es kann angenommen werden, dass sich die beiden Schiffmühlen in der Nähe dieser Inseln (beim roten Kreis) befunden haben, da auch die Topografie passt und sich die Straße von Landshaag hin zur Donau wendet. Mit Klick wird die Karte im neuen Fenster vergrößert dargestellt ...

Übersicht der Seidl-Abstammung

Übersicht des Astes Seidl
Übersicht des Astes Seidl