Schiffmühlen waren in vergangener Zeit keine Seltenheit. Im Wiener Raum gab es um 1770 ca. 20 Schiffmühlen, die teilweise bis ins 19. Jhd. in Betrieb waren.
Es gab in Unterlandshaag zwei Schiffmühlen. Die Nußbaumermühle mit dem Mahlhaus an dem "noch" bestehenden Standort am Donauufer und die etwas stromabwärts gelegene Seidlmühle.
Bis 1918 befand sich die Anlage der Nußbaumermühle auf einem Hausboot, die Seidlmühle wurde 1935 an Nußbaumer verkauft und nach dem Verkauf abgetragen. Um 1960 wurde an ihrer Stelle ein heute aufgelassenes Mühlengebäude errichtet. Am Ufer wurde ein Mahlhaus errichtet, nur das Antriebswerk befand sich über Wasser. Dieses bestand aus einem unterschlächtigen Wasserrad von ca. 2,5 Meter Durchmesser, das zwischen zwei Zillen lief. Die Boote waren mit Ketten an den „Büffeln“ am Ufer befestigt, eine Bretterwand, der „Fallladen“, regelte die Wasserzufuhr. Ein armdickes Hanfseil übertrug die Kraft auf eine Transmission im Mahlhaus. Von ihr wurden eine „deutsche“ und eine „französische“ Mühle angetrieben.
Die Nußbaumer Schiffmühle wurde vom Bauernhaus Nußbaumer in Unterlandshaag 18 aus bewirtschaftet, die Seidlschiffmühle vom Seidl Wohnhaus Unterlandshaag 19 aus. Bei beiden Bauernhäusern gab es kein Mühlengebäude. Beim Seidl Wohnhaus war eine kleine Landwirtschaft mit Schweinehaltung dabei.